Elliot Rodger verübte, aus Verzweiflung über seine Misserfolge im Leben und bei Frauen, am 23. Mai in Santa Barbara, Kalifornien, einen Amoklauf. Bevor er das tat, veröffentlichte er ein Youtube-Video und ein verstörendes Manifest über seine Erlebnisse und Absichten. Dieses offenbart seinen Hass auf viele seiner Mitmenschen, insbesondere aber auch auf Frauen.
I hated all of those obnoxious, boisterous men who were able to enjoy pleasurable sex lives with beautiful girls, but I hated the girl’s even more, because they were the ones who chose those men instead of men. It was their choice. They are the ones who deprived me of love and sex. My hatred and rage towards all women festered inside me like a plague. Their very existence is the cause of all of my torture, pain and suffering throught my life. My life turned into a living hell after I started desiring them when I hit puberty.
…
The ultimate evil behind sexuality is the human female. They are the main instigators of sex. They control which men get it and which men don’t. Women are flawed creatures, and my mistreatment at their hands has made me realize this sad truth. There is something very twisted and wrong with the way their brains are wired.
Elliot Rodger, My twisted world
Elliot Rodger ist wegen wiederholter Ablehnung seiner Avancen durch Frauen verzweifelt. Einen Teil dieser Verzweiflung kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Für junge Männer sind wiederholte Ablehnungen durch Frauen eine schwierige Prüfung. Doch seine getroffene Entscheidungen und seine Äusserungen entlarven Elliot als Frauenfeind und allgemein als Soziopathen mit psychischen Problemen. Deshalb distanziere ich mich auch von seinen Ansichten.
Als Antwort auf diese Frauenfeindlichkeit dieses einzelnen Mannes, begannen die Frauen in den USA und auch international unter dem Hashtag #YesAllWomen Erfahrungen weiblicher Opfer zu sammeln.
#notallmen practice violence against women but #YesAllWomen live with the threat of male violence. Every. Single. Day. All over the world.
@schemaly
Die geschilderten Erlebnisse dieser Frauen sind bedauerlich und geben auch mir zu denken. Aber dennoch versuchen einige FeministInnen (ziemlich offensichtlich) aus einem Einzelfall (ein Mann mit psychischen Problemen!) Kapital zu schlagen, skandieren „Sexismus!“ und stellen Männer erneut unter Generalverdacht. Ich bin jedoch ein pazifistischer Mann und habe seit meiner Adoleszenz noch nie Gewalt gegen irgend jemanden verübt. Die Mehrheit der Männer verhält sich im Alltag ebenfalls absolut friedlich. Also lehne ich jedwede Mitverwantwortung zum Handeln einiger meiner Geschlechtsgenossen ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich die Gewalttaten dulde. Nein, ich fordere die juristische Aufarbeitung im Interesesse jedes Gewaltopfers, egal of weiblich oder männlich! Für jeden Mann gilt die Unschuldsvermutung genauso sehr wie bei Frauen, bis etwas anderes bewiesen ist. Also sollten alle Parteien (Medien, Politiker) bei Aussagen zu Gewalttätern ausgewogene Formulierungen treffen (einige Männer verüben Gewalt). Wenn man davon ausgeht, dass die Doppelschreibweise nötig ist (was ich nicht tue), sollte man auch negativ besetzte Wörter entsprechend verwenden: Gewalttäter und Gewalttäterinnen. Schemaly (und die Mehrheit von YesAllWomen) fokussiert mit ihrem Schreiben ausschliesslich auf weibliche Gewaltopfer. #NotAllMen ist zudem ein zu breit gefasster Begriff für männliche Gewalttäter, treffender wäre SomeMen/AFewMen (ich weiss, der Hashtag lautet anders).
Was viele jedoch nicht wissen: Die Mehrheit der Gewaltopfer ist männlichen Geschlechts. Im Bereich des sexuellen Selbstbestimmungsrechts jedoch sind deutlich mehr Frauen Opfer als Männer. Männer verüben tendenziell häufiger physische Gewalt, wobei jedoch durch Frauen abgegebene Ohrfeigen selten bis nie zur Anzeige gebracht werden, da es (unverständlicherweise) gesellschaftlich akzeptiert wird, und somit auch nicht in der Statistik berücksichtigt wird. Bei psychischer Gewalt ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern meiner Erfahrung nach ausgeglichen.
Nachfolgende Statistik der Gesundheitsberichterstattung des Bundes unterlegt meine Aussage betreffend des Geschlechts der Opfer. Datenquelle waren die Kriminalämter der Bundesrepublik Deutschland.

Wenn man die Zahlen aufsummiert, ergibt das ein Total für 547’273 männliche und 384’037 weibliche Gewaltopfer im Jahr 2012 in Deutschland (vollendet und versucht). Das ergibt ein Verhältnis männlichen/weiblichen Opfern von 7:5. Es ist daher unsinnig, sich so sehr auf weibliche Gewaltopfer zu fokussieren, wie die hiesigen Medien und Politiker es tun. Nicht nur jedes weibliche Gewaltopfer ist bedauerlich, nein! JEDES EINZELNE GEWALTOPFER IST BEDAUERLICH!
Gestern wurden die Opfer von Santa Barbara bekannt gegeben.
- George Chen, 19
- Katie Cooper, 22
- Veronika Weiss, 19
- Cheng Yuan Hong, 20
- Christopher Michael-Martinez, 20
- Weihan Wang, 20
Vier Männer und zwei Frauen wurden durch Elliot Rodger in den Tod gerissen. Es wird den vier Männern und den zwei Frauen nicht gerecht, wenn sich die Medien (wieder mal) ausschliesslich auf den gegen Frauen gerichteten Sexismus konzentrieren.
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